Natürliche Süßungsmittel

Stevia

Stevia als Streusüße

 

Süßkraft: 10 mal so süß wie Haushaltszucker

Gewicht: 100 g Zucker = 10 g Stevia-Maltodextrin-Pulver

Volumen: 1 TL Zucker = 1 TL Stevia-Maltodextrin-Pulver

Immer die Angaben auf der Verpackung beachten!

 

Man sollte nicht reines Steviapulver mit dem üblicherweise im Handel erhältlichen Steviapulver verwechseln. Vielen uns bekannte Süßstoffmarken stellen Stevia in verschiedenen Darreichungsformen her, und zwar als Tabletten, Flüssigsüßstoff sowie als Streusüße - genauso wie wir es von den Süßstoffen Aspartam/Acesulfam-K und Saccharin her kennen. 

 

Die meisten Hersteller wie u.a. Canderel, Natreen und Huxol fügen Ihrer Streusüße jedoch viel Maltodextrin hinzu. Maltodextrin selbst ist nämlich kaum süß und nahezu geschmacksneutral. Diese Anmischung hat einen eigentlich ziemlich praktischen Hintergrund hat: somit können wir den Süßstoff genauso dosieren wie Zucker, obwohl Stevia eine 250- bis 450fache Süßkraft hat. Aber Achtung - dies gilt nicht für die Dosierung nach Gewicht, sondern für die Dosierung nach Volumen. Das heißt, dass ein Teelöffel des Stevia-Maltodextrin-Gemischs laut Hersteller der Süßkraft von einem Teelöffel Zucker entsprechen soll. Dabei ist das der Süßstoff jedoch vom Gewicht her viel leichter als Zucker und die Pulvermenge auf einem Teelöffels wiegt gerade mal 0,5 Gramm während Zucker mit dem 10fachen Gewicht ca. 5 Gramm pro Teelöffel wiegt. Da also Zucker und die Streusüße bei gleichem Volumen auch die gleiche Süßkraft haben, kann man die zu verwendende Menge ganz einfach im Messbecher abmessen. Soll man laut Rezept z.B. 150 g Zucker verwenden, füllt man den Messbecher einfach bis zur Markierung von 150 g Zucker mit Streusüße. So kann man bei einem Rezept mit Zucker einfach den Zucker ersetzen, um zuckerfrei zu genießen.

 

Das selbe Prinzip des gleichen Volumens von Zucker und Zuckerersatzstoff gilt übrigens auch für die schon länger bekannte Streusüße mit Aspartam und Acesulfam-K, welche schon viel länger im Handel erhältlich ist als die Stevia-Streusüße. Auch bei der Variante mit dem künstlichen Süßstoff Aspartam und Acesulfam-K wurde Maltodextrin als "Füllmittel" eingesetzt, um den Verbrauchern die Dosierung zu erleichtern.

 

Auf den ersten Blick auf das Etikett der Streusüße-Dose kann es also aussehen als ob man eigentlich Maltodextrin gekauft hat und nicht Stevia, denn der prozentuale Anteil an Stevia ist bei diesen Produkten sehr gering (bei Huxol z.B. 2,2%), doch wenn man bedenkt, dass Stevia 250 bis 450 mal so süß wie Zucker ist (wir für ca. 250 oder 450 g Zucker also nur 1 g Stevia bräuchten) um die gleiche Süßkraft zu erreichen, wird klar, dass der Stevia-Gehalt dennoch hoch genug für eine süßende Wirkung ist.

Ebenso ist dem flüssigen Stevia der üblichen Handelsmarken u.a. viel Wasser hinzugefügt worden und den Stevia-Tabletten andere Füllstoffe.

 

 

Reines Steviapulver

 

Süßkraft: 250 bis 450 mal so süß wie Haushaltszucker

Gewicht: 100 g Zucker = 0,4 - 0,22 g Steviapulver (Berechnung: 100 : 250 oder 100 : 450)

 

Maximale Tagesdosis: 4mg pro kg Körpergewicht

 

Außerdem gibt es reines Steviapulver, welches man wohl am besten online finden und erwerben kann, da das im Einzelhandel erhältliche Pulver häufig mit einer anderen Zutat vermischt ist, um die Süßkraft zu reduzieren. 

Reines Steviapulver erscheint auf den ersten Blick vergleichsweise hochpreisig, wenn die Dose nur 25 oder 50 Gramm enthält. Doch man benötigt von diesem nahezu 100%igen Stevia nur sehr kleine Mengen für eine hohe Süßkraft. Die Stärke der Süßkraft der verschiedenen, verkäuflichen Pulver hängt von den Sorten der Steviapflanzen ab und liegt bei der ca. 250- bis 450fachen Süßkraft von Zucker. Das heißt, 1 Gramm reines Steviapulver kann 250 bis 450 Gramm Zucker ersetzen. Welcher Wirkstoff zu der starken Süßkraft der Steviablättern führt, sind hauptsächlich deren Bestandteile Steviosid und Rebaudiosid A. Sie sind am stärksten für den süßen Geschmack von Steviablättern verantwortlich.

 

 

Erythrit E968

 

Süßkraft: 0,7 mal so süß wie Haushaltszucker

Gewicht: 100 g Zucker = 140 g Erythrit (Berechnung: 100 : 0,7 = 142,86)

 

Maximale Tagesdosis: 1g pro kg Körpergewicht, um Nebenwirkungen wie Blähungen zu vermeiden (digestive Toleranz)